Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit und vorzeitige Berentung. Die Erkrankung ist nicht nur sehr häufig, sie besitzt auch zunehmende sozioökonomische Bedeutung, weil immer mehr Menschen unter Rückensschmerzen leiden und auch junge Menschen erkranken.

Was verstehen wir unter Rückenschmerzen?
Zunächst ist es wichtig, zwischen akuten und chronischen Rückenschmerzen zu unterscheiden (Siehe Tabelle 1 weiter unten).

Treten Rückenschmerzen plötzlich und unvermutet auf, redet der Volksmund von Hexenschuss. Bei Beschwerden im unteren Lendenwirbelsäulen-Kreuzbeinbereich spricht man von Kreuzschmerzen. Ischias ist ein verbreiteter Begriff, der die Ausstrahlung der Schmerzen in ein Bein beschreibt. Treten diese Beschwerden erstmals auf, so werden die Beschwerden sich in aller Regel rasch bessern lassen. Der deutlich größere Anteil dieser Rückenschmerzen verläuft nämlich unkompliziert. Bei unzureichender Therapie und mangelnder Beachtung von Risikofaktoren entwickelt jedoch ein Anteil der betroffenen Patienten wiederkehrende Beschwerden. Für diese Patienten besteht die Gefahr einer Chronifizierung. In ungünstigen Fällen verselbständigen sich die Beschwerden und ihre Intensität steht in keinem eindeutigen Zusammenhang mehr mit den zu erhebenden körperlichen Befunden.

Wie ist die Wirbelsäule aufgebaut und was verursacht die Schmerzen? 
Die Ursachen der Rückenschmerzerkrankung sind nach heutiger Auffassung sehr komplex und vielfältig. Das betroffene Organ ist die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule besteht aus einer beweglichen Kette von speziell ausgeformten knöchernen Gliedern, die von Bändern und Muskeln umgeben sind. Zwischen diesen Gliedern befinden sich zur Abfederung bzw. Stoßdämpfung die Bandscheiben, knorpelige Scheiben mit einem derben Faserring und einem zentral gelegenen so genannten Gallertkern. Ein zentraler Kanal durchzieht die Wirbelsäule in gesamter Länge. In ihm verläuft gut geschützt das Rückenmark, ein Teil des Nervensystems, das die Verbindung des Gehirns mit den Nerven der anderen Körperregionen gewährleistet. Kleine Wirbelgelenke (Facettengelenke) gewährleisten ein bestimmtes Bewegungsausmaß der einzelnen Wirbel gegeneinander und zusammengenommen den möglichen Bewegungsumfang der gesamten Wirbelsäule. Im Übergangsbereich zum Schädel gibt es die Kopfgelenke, im Brustwirbelsäulenbereich gibt es zusätzlich die Rippenwirbelgelenke und im Übergangsbereich zum Becken die Ileosakralgelenke. Bei Erkrankungen der Wirbelsäule unterscheidet man zwischen

• Halswirbelsäulensyndrom, HWS – Syndrom oder Zervikalsyndrom (ca. 1/3 der Fälle)
• Brustwirbelsyndrom, BWS – Syndrom oder Thorakalsyndrom (nur ca. 2%)
• Lendenwirbelsäulensyndrom, LWS – Syndrom oder Lumbalsyndrom (fast 2/3 der Fälle)

Körperliche Ursachen für aufgetretene Beschwerden finden sind häufig bei Vorliegen folgender struktureller Veränderungen:
• Altersveränderungen der Wirbel mit Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke
Facettengelenksarthrose mit tiefen Kreuzschmerzen
• Bandscheibenschäden mit Höhenverlust und knöchernen Reaktionen an der Grund und Deckplatte der Wirbel.
o Osteochondrosen und Spondylosen
• Druckschädigung der aus der Wirbelsäule seitlich austretenden Nervenwurzeln durch vorgewölbte oder vorgefallene Gallertkerne oder knöcherne Randaufwulstungen.

Typisch ist hier der Husten und Niesschmerz und das Auftreten von Kribbelmissempfindungen:
o Im LWS Bereich mit Schmerzausstrahlung bis ins Bein (Ischias)
o Im HWS Bereich mit Schmerzausstrahlung in den Arm (Cervikobrachialgie)
• Selten aber problematisch ist das Caudasyndrom, ein Massenvorfall einer Bandscheibe mit Druckschädigung des Rückenmarkes. Die heftigen Schmerzen gehen mit Funktionsstörungen von Blase und Mastdarm einher und können ohne sofortige operative Therapie zur dauerhaften unteren Querschnittslähmung führen.
• Spinalkanalstenose – es handelt sich um eine krankhafte Einengung des zentralen Wirbelkanals, die häufig zu erheblicher Einschränkung der Gehfähigkeit führt, so dass die Gehstrecke auf 50 – 100 m eingeschränkt ist.
• Osteoporose der Wirbelsäule. Gravierende Komplikation ist die Fraktur von Wirbelkörpern.

Neben diesen Veränderungen sind Schmerzen aufgrund entzündlicher, tumoröser oder anderer Wirbelsäulenveränderungen eher selten. Sie treten z.B. auf bei:
• Morbus Bechterew. Dies ist eine entzündliche Versteifung der Wirbelsäule, die den Körper in eine gebeugte Körperhaltung mit bambusstammartiger Verknöcherung der Wirbelreihe zwingt.
• schweren Verbildungen der Wirbelsäule ( Skoliose, Hyperkyphose )
• Spondylitis (schwere entzündliche Veränderung der Wirbelkörper )
• Discitis ( schwere entzündliche Veränderung der Bandscheibe)
• Metastasen und tumoröse Erkrankungen der Wirbelsäule.

Häufiger als diese strukturellen Veränderungen der Wirbelsäule sind jedoch funktionelle Beeinträchtigungen der Muskulatur, die die Aufgabe hat, die Wirbelsäule zu führen und zu stabilisieren. Durch chronische muskuläre Unterforderung im Alltag und infolge fehlenden oder nicht regelmäßigen Trainings steigt die Wahrscheinlichkeit der

Verkümmerung der tiefen Rückenmuskulatur

und damit das wiederkehrende Auftreten durchaus starker Schmerzen. Die überforderte Muskulatur verspannt schmerzhaft und bedingt die Störung der einwandfreien Funktion der Bewegungssegmente der Wirbelsäule und triggert so das weitere Auftreten von Blockierungen, Triggerpunkten, Sehnenansatzreizungen, Lockerungen und Bandscheibenschäden.

und damit das wiederkehrende Auftreten durchaus starker Schmerzen. Die überforderte Muskulatur verspannt schmerzhaft und bedingt die Störung der einwandfreien Funktion der Bewegungssegmente der Wirbelsäule und triggert so das weitere Auftreten von Blockierungen, Triggerpunkten, Sehnenansatzreizungen, Lockerungen und Bandscheibenschäden.

In nicht wenigen Fällen erweisen sich chronische Rückenschmerzen auch als Folge seelischer Störungen und depressiver Prozesse. Forschungen der Gesundheitswissenschaft (Public Health) haben gesicherte Erkenntnisse für die chronifizierende Wirkung von Einflussfaktoren außerhalb der körperlichen Ebene gewonnen. Hierzu zählen z.B. Mobbing, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, niedriges Bildungsniveau, ängstliche Grundhaltung mit Neigung zur Schonung, frühes erstes Auftreten der Beschwerden etc.. Es ist gesichert, dass psychosoziale Faktoren im Gegensatz zu körperlichen Faktoren den höchsten Evidenzgrad A für eine Chronifizierung besitzen.

Die Untersuchung bei Rückenschmerzen:

Die Erhebung der genauen Vorgeschichte der Erkrankung (Anamnese) ist besonders wichtig. Sie liefert dem Arzt wichtige Anhaltspunkte für seinen Weg zur richtigen Diagnose. Deswegen lässt er den Patienten nicht nur selbst berichten sondern stellt gezielt Fragen. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung unter Nutzung der Techniken der manuellen Medizin incl. neurologischer Befunderhebung. Gegebenenfalls ist bei Vorliegen einer entsprechenden Indikation die Befunderhebung technisch-apparativ zu ergänzen mittels:

• konventioneller Röntgenuntersuchung zur Abgrenzung degenerativer Veränderungen, Frakturen, Lockerungen oder Fehlstellungen.
• MRT (Magnet Resonanz Tomographie oder Kernspin – Tomographie). Mit dieser Methode gelingt besonders gut die Darstellung von Weichteilen (Bandscheiben, Muskeln, Bänder, Kapseln, Nerven, Fettgewebe) aber auch die Identifizierung von kleinsten frischen knöchernen Verletzungen.
• CT ( Computertomographie ). Domäne der Darstellung knöcherner Veränderungen.
• Röntgenkontrastdarstellungen – Myelographien. Zur genauen Identifikation der Ursachen für Druckschädigungen von Nervenwurzeln im Wirbelkanal.
• EMG (Elektromyographie) Zur Objektivierung des Ausmaßes einer neurologischen Schädigung von Nervenwurzeln und zu versorgendem Muskelgewebe.
• Ultraschall. Zur Abgrenzung von Zerrungen oder von Blutungen in Muskulatur, Bänder oder Sehnen.

Für die Stellung der richtigen Diagnose ist allerdings zusätzlich eine objektivierbare Funktionsuntersuchung mit exakter Messung der Kraft der tiefen Rückenmuskulatur von entscheidender Bedeutung. Deswegen ist die

• Messung der Kraft der tiefen Rückenstrecker mit der MedX-Methode

oft aussagekräftiger als ein Röntgenbild oder eine MRT Untersuchung. Die Befunde von Röntgenbilder und oder auch NMR Bildern können durchaus sehr auffällig sein, ohne dass die betroffenen Patienten Rückenschmerzen verspüren. Objektivierbar schwache Rückenmuskeln sind aber ein sicheres Zeichen für chron. Rückenschmerzen.

Die Behandlung der Rückenschmerzen:

In unserer Praxis verfolgen wir ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept, dass sich aus gutem Grund nicht stur an Leitlinien orientiert. Die Bedürfnisse des Patienten stehen im Vordergrund. Wer ausschließlich gemäß Leitlinie behandelt, kann selten die Besonderheit der speziellen individuellen Situation des Patienten, seine Ängste und Vorlieben hinreichend berücksichtigen. Dies ist in den meisten Fällen aber notwendig, um einen guten Therapieerfolg erzielen zu können.

Die zurzeit verbreitete Auffassung, dass der Hauptanteil der Rückenschmerzen unspezifisch, d.h. von nicht genau gesicherter Ursache ist, entspricht nicht (!) unserer Auffassung. Vielmehr wissen wir, dass nach fachärztlicher Anamnese und komplett abgeschlossener Untersuchung die korrekte Diagnose mit der genauen Ursache der Rückenschmerzen in den weitaus meisten Fällen sicher gestellt werden kann. Gezielte Maßnahmen können eingesetzt werden und unspezifische Medikamentengaben können meistens unterbleiben. Dies spart Zeit und Geld. Deutet sich bei unzureichender Besserung die Gefahr einer Chronifizierung an, muss ein multimodaler Therapieansatz verfolgt werden.

Der grundsätzliche Therapieansatz beinhaltet:

1. Bei akuten erstmaligen Beschwerden rasche Schmerzlinderung anstreben. Dies kann in einem ersten Versuch durchaus mittels Medikamentengabe erfolgen. Bei Nichtbesserung sollte jedoch rasch ein gezielteres Vorgehen gewählt werden. Hierzu ist fachärztliche Diagnostik und treffsichere Therapie der schmerzauslösenden Regionen erforderlich.

2. Ergänzende Therapie des Gewebes mittels physikalisch – therapeutischer Anwendungen, ggf. ergänzt mittels TLA ( therapeutischer Lokalanästhesie )

3. Nach Abklingen der Beschwerden rasche Überleitung in eine krankengymnastische Einzelbehandlung, besser trainingstherapeutische, eigenständige Dauertherapie mit gesundheitsorientiertem Krafttraining des gesamten Körpers unter besonderer Beachtung der tiefen Rückenmuskulatur

Oftmals sind Rückenschmerzen und insbesondere Ischialgien, die durch vorgewölbte oder vorgefallene Bandscheiben bedingt sind, nicht einfach zu therapieren. Hier findet sich eine Domäne der fachärztlichen Therapie mit genauer Diagnostik und gezielter interventioneller, bildwandlergestützter Therapie der schmerzauslösenden Strukturen mittels epiduraler Therapie oder Facettentherapie. Zur Modulierung der Schmerzempfindung kann mit Vorteil und ohne Nebenwirkungen die Akupunktur erfolgen. Nachfolgend wird eine fortgesetzte medizinische Kräftigungstherapie notwendig sein, wenn man keine Rezidivneigung in Kauf nehmen will. Kommt es trotzdem zu wiederkehrenden Beschwerden muss man rechtzeitig an die Eruierung chronifizierender psychosozialer Faktoren denken und gegebenenfalls eine entsprechende psychologisch-therapeutische Mitbehandlung begleitend einleiten.

Elemente der Therapie können sein:

• Medikamente: bei akutem Auftreten von Beschwerden kann die Gabe von schmerzlindernden und gegebenenfalls auch entzündungshemmenden Mittel sinnvoll sein. Diese Mittel sollten nur kurzfristig und unbedingt ärztlich kontrolliert eingenommen werden, da die Nebenwirkungen erheblich sein können. Es ist aber durchaus sinnvoll, den akuten Schmerz rasch zu lindern und dafür ausreichend hoch zu dosieren, als dauerhaft unzureichend zu behandeln.

  • Analgetika und Antiphlogistika
    • NSAIR
      • Cox-1-Hemmer
        • Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen etc.
      • Cox-2-Hemmer
        • Celecoxib, Etoricoxib

Die Cox-1 Hemmer sind bewährte Medikamente, die jedoch bekanntermaßen häufig Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darmtraktes machen. Nicht selten finden sich auch negative Einflüsse auf Leber, Niere und Herz sowie auf das Zentralnervensystem. Deutlich weniger Komplikationen im Magen-Bereich haben die Cox-2 Hemmer. Aber die Nebenwirkungen am Darm sind unverändert vorhanden und verstärkt wurden in der Praxis gravierende Nebenwirkungen am Herzen und an der Leber nachgewiesen, so dass jetzt nur noch 2 Medikamente in Deutschland zugelassen sind.

  • Schmerzmittel
    Paracetamol
    Novalgin

Paracetamol ist zwar gut magenverträglich aber nicht entzündungshemmend und wirkt deshalb bei entzündlicher Komponente weniger gut. Novalgin steht im Verdacht bei längerer Anwendung Erkrankungen des blutbildenden Systems zu verursachen. Zudem besteht ein nicht geringes allergisches Potential, insbesondere bei pareneraler Anwendung, also über Injektion oder Infusion.

  • Myotonolytika
    • z.B. Tetrazepam

Macht eine gute Muskellockerung, führt aber rasch zur Gewöhnung und Abhängigkeit.

  • Opioide
    • Opioide ohne BTM Rezept , z. B. Tramadol oder Tilidin/Naloxon
    • BTM Opioide, z. B. Morphin

Opioide sind die stärksten Schmerzmittel, die nur bei fortgesetzten starken Schmerzen angewendet werden sollten, die mit einfacheren Methoden nicht zu beheben sind. Die Anwendung geht häufig mit deutlichen Befindlichkeitsstörungen wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Minderung der Aufmerksamkeit bzw. vermehrter Schläfrigkeit etc. einher und mindert die Fähigkeit am Straßenverkehr teilzunehmen. Zusätzlich besteht trotz gegenteiliger Behauptung der Industrie und der einschlägigen Fachliteratur u. E. ein erhebliches Abhängigkeitspotential auch bei einem gut eingestellten Schmerzpatienten, weil wir immer wieder Entzugserscheinungen bei Absetzversuch der Medikation beobachten. Die unkritische Schnellverschreibung bleibt also problematisch. Bei richtiger Indikation sind diese Substanzen aber unverzichtbar und für die Patienten ein Segen, weil die Wirkung nach Gewöhnung gut ist und ernste Nebenwirkungen, die die Organe schädigen könnten, glücklicherweise fehlen. Dies ist ein erheblicher Vorteil gegenüber den weit verbreiteten NSAIR.

  • schmerzdistanzierende Pharmaka, Antidepressiva, Antikonvulsiva
    • Amitriptylin
    • Clomipramin
    • Gabapentin

Diese Pharmaka dienen zur Behandlung so genannter neuropathischer Schmerzen. Liegen neuropathische Schmerzen vor wird der Nerv überempfindlich und reagiert schon beim geringsten Anlass (zum Beispiel durch Berührung oder bei einem Windhauch) mit einer Schmerzmeldung. Diese Überempfindlichkeit kann auch auf benachbarte Nerven übergreifen, so dass ein großes empfindliches Areal entsteht.

• Injektionsbehandlung

  • intramuskulär
    • Piroxicam
    • Dexamethason

Die intramuskuläre Therapie ist schnell hilfreich und es lassen sich stark entzündungshemmende Substanzen mit rasch schmerzlindernder Wirkung gut anwenden.

  • TLA ( therapeutische Lokalanästhesie)

Eine Therapieform, die ohne große Nebenwirkungen mit hoher Effektivität für schmerzhafte Triggerpunkte in Muskeln Anwendung finden kann und auch gereizte Kapsel-Bandstrukturen beruhigen kann.

  • Facettengelenksblockaden unter Bildwandlergerät ( interventionelle Therapie )

Die gezielte Therapie schmerzhafter Facettengelenke gelingt mit hoher Effektivität, wenn man den Bildwandler, ein mobiles Röntgengerät zur exakten Positionierung der Injektionsnadel, nutzt. Bei der Anwendung von 80% -Alkohol kann man gezielt interventionell Nociceptoren in der Gelenkkapsel (Schmerzfühler) denervieren oder Nerven dauerhaft blockieren.

  • Epidurale Therapie unter Bildwandlergerät ( interventionelle Therapie )

Eine gezielte Umspülung einer als schmerzhaft identifizierten Nervenwurzel mit Lokalanästhesie, ggf. ergänzt mit einem Corticoid kann innerhalb von Minuten starke Schmerzen deutlich und dauerhaft bessern. Die Kombination mit anderen Anwendungen kann die Häufigkeit auf 1-3 Anwendungen reduzieren.

• Nichtmedikamentöse Maßnahmen

  • Physikalische Therapie
    • Extensionen
    • Mikrowellenanwendungen
    • Interferenzströme
    • Dezimeterwelle
    • Massagen
    • Wärmepackungen

Die physikalische Therapie zählt zur leistungsfähigen Basisversorgung unserer Patienten. Sie hat ein gut nachgewiesene Wirksamkeit und den Vorteil, ohne weitere Kosten bzw. Kostenbeteiligungen seitens des Patienten angewendet werden zu können, weil wir auf die Erhebung der vorgeschriebenen 10%igen Kostenbeteiligung verzichten.

  • Akupunktur
    • Klassische chinesische Körperakupunktur
    • Ohrakupunktur
    • Schädelakupunktur
    • Mundakupunktur

Die Akupunktur ist seit 01.01.2007 für chronische Rückenschmerzen Bestandteil der kassenärztlichen Basisversorgung, wenn die Beschwerden länger als ein halbes Jahr mit konventionellen Methoden nicht erfolgreich behandelt werden konnten. Die Wirksamkeit ist in großen, von den Krankenkassen selbst kontrollierten Studien, zweifelsfrei nachgewiesen bzw. hat sie sich der herkömmlichen medikamentösen Therapie in Kombination mit Krankengymnastik als überlegen erwiesen.

  • Krankengymnastik
  • Manuelle Therapie – Chirotherapie

Bei reversiblen Bewegungsstörungen der Wirbelgelenke gelingt es oftmals, durch geeignete Handgriffbehandlung umgehende Besserung zu erzielen. Manchmal sind wiederkehrende Behandlungen unter krankengymnastischer Mitbehandlung sinnvoll.

  • Massage

Massage lockert gut die Muskulatur und ist eine leistungsfähige Methode zur schnellen Linderung muskulärer Rückenbeschwerden. Die Wirkung ist leider nicht von Dauer, so dass die Anwendung auf Kosten der Krankenkassen zunehmend eingeschränkt wird und mehr in den Selbstzahler und Wellnessbereich abgleitet.

  • TENS

Transcutane Elektrische Nerven Stimulation hilft ca. 50 % der Patienten. Der Effekt verliert sich nicht selten bei längerer Anwendung. Ein Versuch kann wegen der fehlenden Nebenwirkungen durchgeführt werden, wenn andere Methoden problematisch sind.

  • Bandagierungen und Korsette

Die externe Stabilisation der Wirbelsäule mittels geeigneter Korsette, Bandagen oder Überbrückungsmieder hatte in der Vergangenheit höhere Bedeutung und Wertigkeit als heute. Durch bessere Materialien, leichtere Werkstoffe mit optimalisiertem Sitzkomfort und trotzdem verbesserter Stabilität stehen heute hochwertige orthopädische Hilfsmittel zur Verfügung, die vielen Patienten wesentliche Erleichterung bei den Verrichtungen des Alltags bieten können und deswegen wieder vermehrt genutzt werden.

• Multimodale Behandlungskonzepte

Die BKK der Region Ostwestfalen-Lippe haben für Patienten mit zu schwachen Rückenmuskeln oder anderen Ursachen für chronifizierte Rückenschmerzen ein integriertes Versorgungskonzept mit uns abgeschlossen. In diesem Rahmen haben wir die Möglichkeit, ein erheblich verbessertes komplexes Therapieprogramm unter Nutzung aller beschriebener Behandlungsverfahren und zusätzlicher Medizinischer Kräftigungstherapie an MedX-Therapie und MedX-Exercise Geräten durchzuführen. Zusätzlich besteht die Verbindung zu psychologischen Psychotherapeuten um psychosoziale Ursachen zu eruieren und angehen zu können.

• Operative Maßnahmen

  • Kryotherapie der Facettengelenke

Eine unproblematische Methode, um Schmerzen von chronisch gereizten Facettengelenken zu nehmen.

  • Bandscheibenoperationen
    • offen
    • mikrochirurgisch
      • perkutane automatisierte Discektomie
      • Laser - OP
      • Chemonukleolyse

Die perkutane, automatisierte Discektomie ist ein anspruchsvolles mikrochirurgisches Behandlungsverfahren mit recht guten Ergebnissen, wenn es in der Hand erfahrender Anwender liegt und wenn die Indikation stimmt. Offene OP-Verfahren leiden immer noch unter dem Makel, dass postoperative Vernarbungen chronische, kaum mehr beeinflussbare Schmerzen induzieren können.

  • Bandscheibenprothesen

Eine Maßnahme, die sich zweifelsfrei noch im Erprobungsstadium befindet. Es liegen keine Langzeitergebnisse oder Auskünfte über Lockerungsraten vor. Nur ausgesuchte Kliniken beherrschen das Verfahren.

  • Spondylodesen

Es handelt sich um die Versteifung von schmerzhaften Bewegungssegmenten der Wirbelsäule. Auf Kosten der Beweglichkeit wird ein schmerzhaftes Segment versteift und dadurch weniger schmerzempfindlich gemacht. Nachteilig ist die erhebliche Schwächung der tiefen Rückenmuskulatur durch den Eingriff selbst. Darüber hinaus werden neuropathische Schmerzkomponenten durch den Eingriff nicht gebessert, so dass ein gravierender Anteil an der Schmerzauslösung nicht angegangen wird.

Alle Operationen stehen am Ende der Maßnahmenliste und werden angewandt, wenn neben den Schmerzen Ausfallserscheinungen am Nervensystem drohen oder eingetreten sind. Hier ist eine ausführliche fachärztliche Beratung wegen der vielfältigen Aspekte dringend anzuraten.

Anlage:

Zeitkriterien für RückenschmerzenSchmerzdauerSchmerzfreie Zeit
akut< 4 Wochen> 6 Monate
akut persistierend4 – 12 Wochen> 6 Monate
chronisch rezidivierend> 4 Wochen< 6 Monate
chronisch> 3 Monate-

Räumliche KriterienSpezifizierung und Dokumentation
Lokalisierungmono-, multilokulär
Ausstrahlungradikulär, pseudoradikulär

Spezifizierung und Dokumentation von Diagnosen
Differenzierung der spezifischen bzw. kompli-zierten Rückenschmerzen (red flags) nach ICD10Differenzierung der unspezifischen, undifferenzierten bzw. unkomplizierten Rückenschmerzen (und yellow flags) nach Schema ICF
z.B. Tumor, Entzündung 
Fraktur, Osteoporose,
Bandscheibenvorfall,
Radikulopathie,
schwere degenerative
Veränderungen
Komorbidität: 
z.B. Diabetes mellitus
Ebene der Funktion und Struktur des Körpers: 
Muskelkraft bzw. Schwäche Balancefähigkeit, Emotionen, Schmerzen etc.
Personen und andere Kontextfaktoren: 
z. B. Berufstätigkeit, Pflege eines Angehörigen, Familie, Kinder etc.


Tabelle 1: Einteilung der Rückenschmerzen nach Dauer, Lokalisation und Ursache

Sprechzeiten

morgensnachmittags
Montag8:00 - 13:0015:00 - 19:00
Dienstag8:00 - 14:0015:00 - 19:00
Mittwoch8:00 - 13:00
Donnerstag8:00 - 13:0015:00 - 19:00
Freitag8:00 - 14:00


Tel: 0521 / 81283

Kontaktdaten

Johannisstraße 1 
33611 Bielefeld (Schildesche)
Tel.: 0521-81283
Fax : 0521-81214

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