Elektrotherapie

1. Interferenzstrombehandlung nach Nemec:
Hauptindikation sind Funktionsstörungen der Muskulatur insbesondere schmerzhafte Verspannungen, die häufig auf der Grundlage degenerativer Gelenkveränderungen oder Wirbelsäuleveränderungen entstanden sind. Es handelt sich um eine niederfrequente Schwebungsfrequenz zwischen 1 Hz und 100 Hz, die durch Überlagerung zweier mittelfrequenter Ströme unterschiedlicher Frequenz (400 Hz und 4100 Hz) erzeugt werden. Durch eine Überkreuzanordnung der Elektroden addieren sich die Einzelkomponenten vektoriell. Die Richtung des Vektors wird durch spezielle Einstelltechniken ständig geändert, so dass ein dynamisches Interferenzstromverfahren gewährleistet ist. Durch die Verwendung von Saugelektroden wird zusätzlich ein Massageeffekt erzielt.
(Nemectrodyn, Siemens-Stereodynator)

2. Niederfrequente Reizströme (bis 1000 Hz):
a) Diadynamische Ströme nach Bernard. Es handelt sich um aus Wechselstrom gewonnene sinusoidale Gleichstromimpulse von 50-100 Hz und unterschiedlicher Pausendauer (10 msec bis 1 sec) Aus reflextherapeutischer Sicht kommt vor allem die Variante CP, eine im Sekundentakt wechselnde 100 Hz und 50 Hz Impulsfolge zur Anwendung. Den permanenten 100 Hz-Impulsen (Variante DF) wird eine sympathikusdämpfende Wirkung zugeschrieben und diese Stromform zur Elektroblockade des Ganglion stellatum benutzt.
b) Träbert Reizströme sind charakterisiert durch einen Rechteckimpuls von 2 ms Dauer und einer nachfolgenden Pausendauer von 5 ms. Die Frequenz liegt bei 943 Hz. Das Hauptindikationsgebiet der niederfrequenten Reizströme sind Schmerzen der oberflächlichen Strukturen der Bewegungsorgane, insbesondere Insertionstendinosen, Tendoperiostosen und Myotendinosen. Aus dieser Indikation heraus werden sie gerne und erfolgreich mit Ultraschallanwendungen verknüpft.

3. Gleichstrom
Ein Gleichstrom, der einen Körper durchfließt, verursacht über eine Ionenverschiebung eine Veränderung des Elektrolytmilieus. Dies wirkt sich auf die nichtmyelinisierten Nervenfasern, vor allem also auf die Nozizeptoren (Schmerzfühler) aus und führt zu einem ausgeprägten analgetischen Effekt.
a) Iontophorese: Hier wird die analgetische Wirkung des Gleichstroms kombiniert mit der Wanderung eines Medikamentes im elektrischen Feld. Je nach Ladungszustand der Ionen des Medikamentes werden die Medikamente über der Kathode oder der Anode angebracht und über den angelegten Strom in oberflächliche Gewebsregionen geschleust. Hierdurch wird eine Wirkungsoptimierung erreicht. (Siemens Sonodynator)
Das Hauptindikationsgebiet der Iontophorese wie auch anderer Gleichstromanwendungen (Stanger - Bäder) sind großflächige Schmerzareale, die längs und quer durchflutet werden können. In erster Linie finden diese Anwendungen ihren Einsatz bei degenerativen oder rheumatischen Entzündungen am Knie-, Sprung- oder Handgelenk sowie im Mittel und Vorfußbereich.

4. TENS-Behandlung:
Transcutane elektrische Nervenstimulation
Es handelt sich um eine spezielle Form der Elektrotherapie, die mit tragbaren, zigarettenschachtelgroßen Kleingeräten zur Anwendung kommt. Es handelt sich um uni- oder bidirektional anzuwendende Stromimpulse von <1ms Dauer. Sie werden über Klebelektroden verabreicht. Die Behandlungsdauer beträgt jeweils 30 min. Die Behandlung kann täglich mehrfach wiederholt werden und auch zur Nacht angewandt werden. Für die Wirksamkeit entscheidend ist die richtige Positionierung der Elektroden und die korrekte Einstellung des Gerätes. Dieses wird dem Patienten vom Arzt und der Arzthelferin mehrfach und so oft erläutert, bis er das Gerät selbständig anlegen und richtig einstellen kann. TENS eignet sich gut zur Behandlung gut lokalisierbarer, nicht wechselnder Triggerpunkte, auch oberflächlicher schmerzhafter Kapselstrukturen. Besonders erfolgreich lassen sich zuweilen Amputations-neurome (Phantomschmerzen) behandeln.


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