Orthopädische Schmerztherapie

Das mit Abstand häufigste Symptom in der orthopädischen Sprechstunde ist der Schmerz. Art und Weise sowie Zeitpunkt und Dauer seines Auftretens gibt dem behandelnden Orthopäden wertvolle Hinweise auf ursächliche Zusammenhänge. Da viele orthopädische Krankheitsbilder mit Schmerzen einhergehen, ist man versucht die Orthopädische Therapie mit Schmerztherapie an sich gleichzusetzen. Es ist jedoch gerade umgekehrt. Als fachkundiger Experte für den Bewegungsapparat versuchen wir in erster Linie, die Ursache des Schmerzes zu erkennen und dann ursächlich zu therapieren. Eine Schmerztherapie, die nur die Symptome einer Erkrankung kaschiert, ist selten erfolgreich aber in vielen Fällen schädlich.

Fur uns gilt der Grundsatz : 

  • Schmerzen in der orthopädischen Sprechstunde werden zunächst nach akuten oder chronischen Schmerzzustände unterschieden und dann nach ihren ursächlichen Begebenheiten und ihrem Organbezug analysiert und behandelt.
  • ​Schmerzmittel werden sparsam und unter Hinweis auf die Nebenwirkungen verordnet und dem Patienten wird dabei erläutert, dass Schmerzmittel nicht zur Heilung beitragen, sondern das eigentliche Problem oftmals vergrößern können.
  • Bei akuten Schmerzen, die eine Schmerzmittelgabe unverzichtbar machen, wird allerdings Wert darauf gelegt, dass die Therapie zu Beginn effektiv, d. h. ausreichend dosiert eingenommen wird und dann zügig zu reduzieren ist. Dies ist bei gesundem Schmerzempfinden in der Regel möglich.

Der überwiegende Anteil von Schmerzen lässt sich auf organische oder körperliche Ursachen zurückführen. Abgesehen von seinem zum Teil quälenden Charakter ist der Schmerz ein sehr hilfreiches Warnsymptom für bestehende Störungen. Ohne Schmerz-wahrnehmung ist ein Leben in körperlicher und geistiger Gesundheit nicht möglich.

Aus therapeutischer Sicht besteht ein gravierender Unterschied im Behandlungskonzept des akuten Schmerzes und des chronisch gewordenen Schmerzes. 

Lang anhaltende und sehr starke Schmerzen haben oftmals ihre eigentliche Bedeutung, Leit- und Warnfunktion verloren. Dies ist insbesondere bei Tumorschmerzen der Fall. Es kommt in diesen Fällen zu einer Verselbständigung des Schmerzgeschehens. Hier ist der Einsatz zentraler Schmerzmittel, also die Gabe von OPIATEN in der Regel korrekt indiziert und in den meisten Fällen auch unbedingt notwendig.

Problematisch ist hingegen der großzügige und vorschnelle Einsatz von OPIOIDEN bei Patienten mit Rücken-, Gelenk- oder anderen Nicht-Tumorleiden.

Über längere Zeit ( > 3 Monate ) bei Nicht-Tumor-Patienten  eingesetzt, produzieren Opiate bei ca. 1/3 der behandelten Patienten mehr Schmerzen bzw. umgekehrt ist die Chance für Patienten, ihren Schmerz zu verlieren, 4x größer, wenn zur Therapie keine Opiate eingesetzt wurden. (mehr lesen)

Die Zahl der verordneten Tagesdosen an Opiaten hat sich trotzdem in den letzten 20 Jahren massiv erhöht. Besonders problematisch ist es allerdings, dass 3/4 der verordneten Tagesdosen mittlerweile für den Bereich Rücken- und Gelenksschmerzen verordnet werden und damit in den meisten Fällen fehlindiziert sind. Besonders beachtenswert ist es, dass ca. 1/3 der mit Opiaten behandelten Patienten genetisch so veranlagt ist, dass sich bei Ihnen rasch eine Abhängigkeit entwickelt. (mehr lesen). Erst in letzter Zeit setzt sich zunehmend die bittere Erkenntnis durch, dass man es sich mit der alleinigen Verordnung von Opiaten für den chronischen Schmerz zu einfach gemacht hat. Mittlerweile sind sogar einige Schmerztherapeuten zu der Auffassung gelangt, dass man sich seine eigenen Süchtigen herangezogen hat und leider noch weiter zieht. Es ist also dringend an der Zeit, dass man bei der Behandlung des Schmerzes wieder mehr den Ursachen zuwendet und nicht im Zudecken von Symptomem stecken bleibt.

Aus diesem Grunde hat man erweiterte Therapiekonzepte entwickelt. Zusammen mit Psychologen und Gesundheitswissenschaftlern wurde erkannt, dass problematische Bedingungen des sozialen Umfeldes, der Arbeit und der Familie den mit Abstand größten Chronifizierungsfaktor für Schmerzen darstellen. Deswegen sollte bei sich abzeichnender Chronifizierung eine ganzheitliche bio-psycho-soziale Analyse erfolgen und eine die verschiedenen Ebenen berücksichtigende Therapie zum Zuge kommen.

Dieser aktuelle Therapieansatz lautet : " Multimodale Therapie ". Dies bedeutet, dass man den Schmerz an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Methoden angreifen will. Mit Krankengymnastik soll eine Muskelstärkung erreicht werdem, mit Psychotherapie soll die seelische Schmerzverursachungskomponente behandelt werden und sozial-therapeutische Gespräche und soziale Unterstützungen sollen den Weg zurück in die Normalität ebnen helfen. (mehr lesen ) Es handelt sich um eine hochwertige, zum Teil überlegen wirksame aber auch kostenintensive Therapie. Bei richtiger Indikationsstellung kann sie eine zumindest teilweise, oftmals weitgehende Befreiung des Schmerzpatienten von seinen zuvor unbeeinflussbaren Qualen erreichen. 

Allerdings behandeln Ärzte Menschen und reparieren keine Maschinen. Deswegen kann auch die multimodale Therapie leider nicht allen Patienten effektiv helfen. Es ist eben nicht möglich, jeden Patienten aus seiner misslichen sozialen Lage, z.B. aus seiner beruflichen Unzufriedenheit und mangelnden Anerkennung oder familiären Konfliktsituation  mittels Gesprächstherapie zu befreien, so wie auch die psychologischen Interventionen noch lange nicht immer die zugrundeliegenden psychologischen Erkrankungen oder auch nur das entsprechende Fehlverhalten zu vermindern oder gar zu heilen vermag. Und leider wissen wir auch, dass die beim Krankengymnasten vielleicht mühsam erlernten Übungen nur sehr selten eigenverantwortlich zuhause weiter durchgeführt werden und entsprechend selten dauerhaft helfen.

Am wichtigsten ist es wohl, als erfahrener Arzt, eine sich entwickelnde Schmerzchronifizierung frühzeitig zu erkennen, das Problem offen anzusprechen, die verbliebenen kassenärztlichen Therapiemöglichkeiten zu erläutern und den Patienten ein erweitertes Behandlungskonzept anzubieten, dass nicht aus unzureichender Symptomkaschierung besteht, sondern möglichst viele ursächliche Therapieschritte beinhaltet.

Als Orthopäden und Schmerztherapeuten sind wir dazu sicherlich nicht immer, aber doch sehr häufig in der Lage. Wir haben erprobte Konzepte, Schmerzen früh und wirksam anzugehen, können mit ergänzenden Behandlungen den Schmerz im Gewebe physikalisch-therapeutisch positiv beeinflussen, eine physiotherapeutische Behandlung anschließen lassen und nach eingetretener Stabilisation letztlich ein eigenständiges, regelmäßig zu verfolgendes Trainingsprogramm einleiten.

Kräftigungstherapien der Muskulatur sind für Rücken und Gelenke überaus wirksam und ihrer Wirkung bestens objektivierbar. Unser Behandlungskonzept schließt die Hinleitung zu einem selbständigen regelmäßigem Trainingsverhalten mit ein. Wir schaffen damit die Grundlage für Schmerzreduktion, Verbesserung der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit und leiten so oftmals wirksamer eine Entschärfung der sozialen Lage ein, als dies durch Gesprächstherapie möglich ist.

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